Aktuell: Gelungener Rahmen für die Preisverleihung
27.02.2018
Stephan Liesegang fühlte sich geschmeichelt, als ihn Carsten Byernetzki, Pressesprecher des Hamburger Fußball-Verbandes, am Montagabend bei der Verleihung der Fair-Play-Preise für die Hinrunde der Saison 2017/2018 als „Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank“ angekündigt hatte. „So schnell wird man befördert“, lächelte Liesegang, der in Wirklichkeit „nur“ Markt- und Handelsvorstand der Sparda-Bank ist. In dieser Funktion hieß er die zahlreich in der VIP-Lounge West des Volkspark-Stadions erschienenen Gäste herzlich willkommen und erinnerte an die im Jahr 2008 getroffene Kooperationsvereinbarung zwischen dem HFV und der Sparda-Bank.

„Zehn Jahre sind eine lange Zeit, in der wir viel für die Fairness getan haben, die für uns ein wichtiges Gut ist“, so Liesegang, der präzisierte: „Wer fair im Sport ist, ist auch ein fairer Mensch ‒ und das ist heutzutage in unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit mehr.“ Auch die Bürgerschaftsvertreter hätten zuletzt die Wichtigkeit des Zusammenspiels von Wirtschaft, Sport sowie Politik erkannt und unterstrichen. „Wir stehen zum Hamburger Amateurfußball ‒ mein Herz schlägt aber auch für den Hamburger SV und wir sind nicht nur dankbar, dass wir in diesem schönen Stadion sein dürfen, sondern hoffen auch, dass die Uhr weitertickt“, so Liesegang, der abschließend betonte: „Der Fairness-Gedanke kann nicht früh genug angeleitet werden, weshalb wir es wichtig finden, dass auch Nachwuchs-Teams bei dem Preis bedacht werden ‒ und wir möchten weiterhin in diese Kooperation und Fairness investieren.“

Auch HFV-Präsident Dirk Fischer kam in seiner Rede natürlich nicht an den „Rothosen“ und deren sportlich misslicher Lage vorbei. „Wir zittern und hoffen weiter mit dem HSV und wenn es danebengehen sollte, wäre das für Hamburg eine Katastrophe“, so Fischer, der daran erinnerte: „Ein Abstieg wäre auch ein finanzielles Desaster für die Kassen des HFV und des Norddeutschen Fußball-Verbandes ‒ denn wir leben durch den Grundlagenvertrag auch von der Bundesliga.“ Dann widmete sich aber auch der CDU-Politiker dem eigentlichen Thema des Abends, nämlich dem zehnjährigen Jubiläum des Fairplay-Preises: „Als ich am 1. November 2007 zum HFV-Präsidenten gewählt worden bin, hatte Herr Dr. Heinz Wings von der Sparda-Bank den Vertrag mit meinem Vorgänger Friedel Gütt bereits ausgehandelt ‒ das war eine gute Erbschaft.“ Fairness im Sport würde „Respekt vor dem sportlichen Gegner und das Bewahren seiner Gesundheit“ bedeuten, so Fischer, der präzisierte: „Fairness auf dem Fußballplatz bedeutet, dass der Erfolg ehrlich und korrekt erworben werden muss ‒ und bei der Bank, dass sie ihre Kunden ehrlich behandelt.“ Die Zusammenarbeit mit der Sparda-Bank sei „von Beginn an von einem hohen Vertrauen geprägt worden“, so Fischer, der klarstellte: „Die Leistung der Sparda-Bank kann gar nicht hoch genug gewürdigt werden.“ In diesem Zusammenhang nannte Fischer auch noch einmal Zahlen: In zehn Jahren seien 336 Teams mit insgesamt 370.000 Euro für ihr faires Verhalten belohnt worden. „Dafür können wir nur sehr, sehr dankbar sein!“

Auch Christoph Holstein, seit 2015 Staatsrat für den Bereich Sport in der Behörde für Inneres und Sport in Hamburg, hob in seiner Rede den Fairplay-Gedanken hervor: „Wir sollten versuchen, unseren Kindern eine Orientierung zu geben ‒ und dafür müssen wir Grundsätze vermitteln. Ich möchte von meinen Kindern auf dem Platz das Verhalten sehen, das sie auch außerhalb und bei mir zuhause an den Tag legen.“ Mit den Punkten Fairness, Hilfsbereitschaft sowie Solidarität sollten Kinder „zu Menschenfreunden werden und mit Regeln zurechtkommen“, so Holstein, der sich selbst „nicht als Kultur-Pessimist“ bezeichnete und zu dem Schluss kam: „In Zeiten, die etwas unruhig sind, müssen wir eine Haltung haben und Werte definieren, die wir leben und, wenn es nötig ist, auch verteidigen.“ Diesbezüglich sei der Fairness-Preis „über den Sport hinaus eine wichtige Angelegenheit“. Die Sparda-Bank, so der 54-Jährige, würde „gleichermaßen den Fußball sowie den Fairplay-Gedanken unterstützen“, was „weit über den Fußball hinausgehen“ würde ‒ und dafür wolle er im Namen der Hamburger Bürgerschaft ein Dankeschön aussprechen.

Angesichts des zehnjährigen Bestehens des Preises kam auch Dr. Heinz Wings, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank, zu Wort. „Ich habe es gehofft, dass der Preis über einen so langen Zeitraum bestehen und sich etablieren würde“, so Dr. Wings, der sich zurückerinnerte: „Wir haben 2006 den HSV und den Hamburger Weg gesponsert, weil wir als Genossenschaft über den Hamburger Weg etwas Gutes tun konnten.“ Dann sei den Verantwortlichen der Sparda-Bank der Gedanke gekommen, dass sie „mit vergleichsweise weniger Geld auch die Amateur-Fußballer unterstützen könnten.“ Auch die Summe der bisher investierten 370.000 Euro relativierte Dr. Wings: „Das ist für eine Bank gar nicht so viel Geld.“ Und außerdem, so Dr. Wings abschließend, sei es gut investiertes Geld: „Wir hatten den Slogan ,Freundlich und fair' ‒ und wenn wir dazu beitragen konnten, dass es in den vergangenen zehn Jahren auf den Fußballplätzen freundlicher sowie fairer zugegangen ist, hat sich die ganze Aktion gelohnt.“

Patrick Ittrich, Bundesliga-Schiedsrichter des MSV Hamburg und Ehrengast der Veranstaltung, äußerte sich ebenfalls zum Thema Fairness: „Dieses Thema obliegt mir als Polizist und Schiedsrichter schon relativ lange“, sagte der 39-Jährige, dem auch das eigene Auftreten sehr wichtig ist: „Ich achte darauf, wie ich mich als Mensch auf und neben dem Platz präsentiere.“ Diesbezüglich ist Ittrich eine Selbstreflektion sowie Selbstkritik überaus wichtig: „Jeder Mensch sollte sich selbst immer wieder fragen, was er falsch macht, und kritikfähig sein.“ Zum Engagement der Sparda-Bank sagte Ittrich: „Wir alle können stolz und dankbar sein, dass die Sparda-Bank den Hamburger Fußball in diesem herausragenden Maße unterstützt.“

Der letzte Redner war der frühere Bundesliga-Profi und Nationalspieler Marcell Jansen, der natürlich auch nach seiner Sichtweise zum HSV, bei dessen Dritter Mannschaft er gerade in der Oberliga Hamburg auf den Rasen zurückkehrte, befragt wurde: „Ich spreche als Fan“, so Jansen, der bekannte: „Die Enttäuschung überwiegt ‒ aber im Sport wird nichts weggeschenkt und wenn ein Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 gelingt, wäre der HSV wieder auf vier Punkte an den Relegationsrang herangekommen.“ Danach seien immerhin noch neun Spiele zu absolvieren und „im Sport sei immer noch etwas möglich“, so Jansen, der zudem betonte: „Ich habe den Amateur-Fußball in den letzten Jahren schätzen gelernt.“

Anschließend wurden die 23 Sieger-Teams für ihr faires Verhalten in der Hinrunde der Saison 2017/2018 ausgezeichnet, ehe der Abend mit einem gemütlichen Beisammensein mit Speisen und Getränken endete.



Herren

Oberliga Hamburg: TSV Buchholz 08 1. Herren > Punktekoeffizient 1,37 > 1.000 Euro

Landesliga: HEBC 1. Herren > Punktekoeffizient 1,68 > 1.000 €uro

Bezirksliga: TSV Buchholz 08 2. Herren > Punktekoeffizient 1,25 > 1.000 Euro

Kreisliga: TuRa Harksheide 2. Herren > Punktekoeffizient 1,26 > 1.000 Euro

Kreisklasse: Wandsbeker TSV Concordia 3. Herren > Punktekoeffizient 0,60 > 1.000 Euro

Alte Herren: Bramfelder SV 2. Alte Herren > Punktekoeffizient 0,09 > 750 Euro

Senioren *: Walddörfer SV 2. Senioren > Punktekoeffizient 0,00 bei zwölf Spielen > 750 Euro
* Bei den Senioren gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00; deshalb war hier die Anzahl der Spiele entscheidend.


Frauen

Oberliga: TSV DuWo 08 1. Frauen > Punktekoeffizient 0,18 > 1.000 Euro

Landesliga: FC Union Tornesch 2. Frauen > Punktekoeffizient 0,18 > 1.000 Euro

Bezirksliga */**: SC Eilbek 1. Frauen Punktekoeffizient 0,00 bei neun Spielen > 350 Euro
SC Vier- und Marschlande 1. Frauen > Punktekoeffizient 0,00 bei neun Spielen > 350 Euro
UH-Adler 1. Frauen > Punktekoeffizient 0,00 bei neun Spielen > 350 Euro
** In der Frauen-Bezirksliga gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00. Da drei Teams an der Spitze auch die gleiche Anzahl von Spielen hatten, wurde das Preisgeld aufgerundet und geteilt.

Kreisliga **: FTSV Lorbeer-Rothenburgsort 1. Frauen > Punktekoeffizient 0,00 bei sechs Spielen > 350 Euro
FTSV Altenwerder 1. Frauen > Punktekoeffizient 0,00 bei sechs Spielen > 350 Euro
SSV Rantzau 1. Frauen > Punktekoeffizient 0,00 bei sechs Spielen > 350 Euro
** In der Frauen-Kreisliga gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00. Da drei Teams an der Spitze auch die gleiche Anzahl von Spielen hatten, wurde das Preisgeld aufgerundet und geteilt.

Sonderstaffeln *: UH-Adler 2. Frauen (7er-Frauen) > Punktekoeffizient 0,00 bei acht Spielen > 1.000 Euro
* Bei den Frauen-Sonderstaffeln gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00; deshalb war hier die Anzahl der Spiele entscheidend.


Junioren

A-Junioren ***: FC Eintracht Lokstedt 1. A-Junioren > Punktekoeffizient 0,17 > 500 Euro
*** Bei den A-Junioren gab es zwei Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,17. Da zwei Teams an der Spitze auch die gleiche Anzahl von Spielen hatten, wurde der Sieger per Los entschieden.

B-Junioren (alt): VfL 93 Hamburg 1. B-Junioren > Punktekoeffizient 0,00 bei sechs Spielen > 500 Euro

B-Junioren (jung) *: SVS Mesopotamien 1. B-Junioren > Punktekoeffizient 0,00 bei sieben Spielen > 500 Euro
* Bei den jungen B-Junioren gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00; deshalb war hier die Anzahl der Spiele entscheidend.

C-Junioren (alt) *: TuS Hamburg 1. C-Junioren > Punktekoeffizient 0,00 bei acht Spielen > 500 Euro
* Bei den alten C-Junioren gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00; deshalb war hier die Anzahl der Spiele entscheidend.

C-Junioren (jung) ***: Rahlstedter SC 2. C-Junioren > Punktekoeffizient 0,00 bei acht Spielen > 500 Euro
*** Bei den jungen C-Junioren gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00. Da fünf (!) Teams an der Spitze auch die gleiche Anzahl von Spielen hatten, wurde der Sieger per Los entschieden.


Mädchen

B-Mädchen *: SC Nienstedten 7er B-Mädchen > Punktekoeffizient 0,00 bei acht Spielen > 500 Euro
*** Bei den B-Mädchen gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00. Da zwei Teams an der Spitze auch die gleiche Anzahl von Spielen hatten, wurde der Sieger per Los entschieden.

C-Mädchen *: SC Victoria Hamburg 2. C-Mädchen 7er > Punktekoeffizient 0,00 bei neun Spielen > 500 Euro
* Bei den C-Mädchen gab es mehrere Teams mit gleichen Punktekoeffizienten von 0,00. Da acht (!) Teams an der Spitze auch die gleiche Anzahl von Spielen hatten, wurde der Sieger per Los entschieden.

Link: SportNord-Bericht vom 31.01.2008 über die Einführung des „Sparda-Bank ‒ freundlich- und fair-Preises“


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