Aktuell: Hamburger Fußball-Verband trauert um Dr. Friedel Gütt
12.05.2020
Quelle: HFV

Der Ehrenpräsident des Hamburger Fußball-Verbandes und des Hamburger Sportbundes ist am Sonntag, den 10. Mai 2020, gestorben.
Friedel Gütt wurde am 18. Januar 1933 in der damals preußischen Kreisstadt Wandsbek geboren. Der promovierte Jurist trat 1958 in den Hamburger Staatsdienst ein und war 1976 bis 1982 Staatsrat der Freien und Hansestadt Hamburg in der Gesundheitsbehörde. Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst war er von 1982 bis 1991 Vorstandsmitglied der Bavaria St. Pauli-Brauerei und 1991 Vorsitzender im NDR-Rundfunkrat.

Als jüngstes von sieben Geschwistern kam Friedel Gütt nach dem Krieg ins Bergische Land und schloss sich dort dem SV Burscheid an. Dieser Verein war für ihn wie eine Ersatzfamilie. Die Unterstützung durch die vielen Vereinsmitglieder war prägend und eine Grundmotivation für die Ehrenämter, die Friedel Gütt später übernahm. Als Jugendlicher spielte Gütt gerne Fußball und später auch erfolgreich Handball. Aus dieser Zeit rührt auch seine Liebe zu Schalke 04, die ein Leben lang anhielt.

Nach seinem Studium in Göttingen und Freiburg kehrte er zurück nach Hamburg und schloss sich der SpVgg Blankenese an. Dort begann sein ehrenamtliches Engagement im Vorstand zusammen mit dem damaligen Fußball-Obmann Arthur Schröder. Später nach seinem Umzug nach Marienthal war er auch Mitglied beim SC Concordia. 1968 fragte ihn der damalige HFV-Präsident Dr. Barrelet, ob er sich vorstellen könne, Schatzmeister des Hamburger Fußball-Verbandes zu werden. 1971 wurde er Vizepräsident und 1991 Präsident des HFV. Im DFB wurde Gütt 1991 in den Beirat berufen, war u.a. Leiter des Organisations-Komitees in Hamburg für die WM 2006 und in den letzten Jahren seiner Tätigkeit bis zu seinem Ausscheiden 2007 Leiter der DFB-Revisionsstelle. 2007 wurde er zum DFB-Ehrenmitglied ernannt.

Von 1981 bis 1996 war Gütt auch Präsident des Hamburger Sportbundes und damit von 1991 bis 1996 in Doppelfunktion im HSB und HFV an der Spitze tätig. 1991 bis 2009 war er Vizepräsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes. Von 1986 bis 1990 war er Schatzmeister im Deutschen Sportbund.
Als einen bewegenden Moment seiner Ehrenamtslaufbahn bezeichnete Gütt die überwältigende Zustimmung der Hamburger Fachverbände und Vereine, die 1991 einhellig seinem Wunsch entsprachen, neben der Tätigkeit als HSB-Präsident auch Präsident des HFV zu werden zu wollen.
Eine seiner wichtigsten Entscheidungen seiner Amtszeit als HFV-Präsident war sicherlich die Gewinnung des Geländes in Hamburg-Jenfeld, wo der Hamburger Fußball-Verband seit 2001 mit Sportplätzen, Sporthalle, Sportschule und Geschäftsstelle beheimatet ist. Durch die damalige Lösung vom HSV in Ochsenzoll und vom Hamburger Sportbund in der Schäferkampsallee hatte es der HFV geschafft, eine eigene Heimat zu finden.

In einem Interview kurz vor seinem Ausscheiden aus dem HFV als Präsident 2007 sagte Gütt: „Mein Vater war preußischer Amtsarzt, meine Mutter kam aus Ostpreußen. Die preußische Erziehung war streng und als Nesthäkchen lernte ich früh, mich durchzusetzen. Ich habe mit meiner Art sicher den einen oder anderen vor den Kopf gestoßen, dafür bitte ich um Nachsicht.“

Mit Dr. Friedel Gütt verliert der Hamburger Sport eine große Persönlichkeit, die über Jahrzehnte den Sport in Hamburg lenkte und prägte. Er war ein „Macher“ mit Ecken und Kanten. Der ehemalige DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger sagte am 80. Geburtstag zu „seinem Freund Friedel“: „Du bist ein unabhängiger Geist – ein Mensch, der weiß, was er kann und der gehört werden will!“

Sein Nachfolger als HFV-Präsident, Dirk Fischer, sagt: „Friedel Gütt hat sich in seinem Leben für unser Land und die Freie und Hansestadt Hamburg sowohl in der Politik als auch ehrenamtlich für den Sport außerordentliche Verdienste erworben. In beiden Bereichen habe ich mit Friedel Gütt die allerbesten Erfahrungen gemacht, und nicht zuletzt habe ich ihm den Vorschlag zu verdanken, HFV-Präsident geworden zu sein.“

Friedel Gütt war seit 1996 mit seiner Frau Florica verheiratet, der unser besonderes Mitgefühl gilt.

Wir werden Dr. Friedel Gütt ein ehrendes und dankendes Andenken bewahren.




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