A-Junioren-Regionalliga: Doppelbelastung für Dreller
22.03.2010
Quasi vom Saulus zum Paulus wurde Gerd Dreller in Bergedorf: Zunächst waren Dreller, Co-Trainer Matthias Hinzmann und Torwart-Trainer Frank-Andree Balz in der Winterpause zwei Mal als Trainer der A-Jugend-Regionalliga-Teams des JFV Jung-Elstern entlassen worden, wurden aber per Gerichtsbeschluss wieder eingestellt (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link). Nun trainieren Dreller und Hinzmann auch den FC Bergedorf 85 II.

SportNord sprach darüber mit Dreller, dessen A-Jugend am Sonnabend eine 4:7-Niederlage gegen den SV Werder Bremen II kassierte ...


SportNord: Wie kam es dazu, dass Sie nun das Traineramt bei der Zweiten Herren-Mannschaft von Bergedorf 85 übernommen haben?
Gerd Dreller: „Herr Hinzmann und ich haben bei allen Diskussionen immer betont, dass wir nur das Sportliche im Auge haben. Als wir nun die Misere der Zweiten Herren-Mannschaft gesehen haben, die in dieser Saison schon von mehreren Trainern erfolglos betreut wurde, waren wir gerne bereit, zu helfen. Und wir erhoffen uns damit auch ein kleines bisschen Entgegenkommen des FC Bergedorf 85, was die Trainingszeiten für unsere A-Jugend betrifft – ja, auch deshalb haben wir das Traineramt bei der 85-Reserve übernommen!“

SportNord: Hat sich die Problematik um die Trainingszeiten für die A-Junioren der Jung-Elstern denn schon zum Positiven verändert?
Dreller: „Nun ja, es ist leider nachwievor sehr schwierig für uns, den Trainingsplatz im Billtal-Stadion zu bekommen, weil dieser Platz vom Ersten Vorsitzenden des FC Bergedorf 85, Herrn Matthias Hammer, quasi okkupiert wird. In der letzten Woche durften wir ein paar Mal auf den Platz herauf, in dieser Woche dürfen wir es leider nicht mehr ... Wir haben nun den Deal gemacht, dass wir der Zweiten Herren-Mannschaft helfen, in der Hoffnung, dass unsere A-Jugend dafür im Billtal-Stadion trainieren darf!“

SportNord: Wer entscheidet denn über die Trainingszeiten?
Dreller: „Herr Hammer hat als Erster Vorsitzender den Nutzungsvertrag abgeschlossen und sich das Recht herausgenommen, einen Trainingsplan zu gestalten, in dem er die Erste und Zweite A-Jugend völlig weggelassen hat; und diesen Plan hat er sich dann auch noch vom Bezirksamt so absegnen lassen ... Fakt ist: Die Jung-Elstern hängen noch immer am Tropf von Bergedorf 85 – und nicht nur was die Trainingsbedingungen betrifft, sondern auch was die finanziellen Möglichkeiten angeht ist es momentan eine echte Katastrophe!“

SportNord: Zu Ihrem Debüt als Reserve-Coach konnten Sie einen 3:2-Sieg bei der TuS Aumühle II bejubeln. War der Erfolg aus Ihrer Sicht verdient?
Dreller: „Nein, wir haben sehr glücklich gewonnen – die Aumühler, die wie wir um den Klassenerhalt kämpfen, hätten ein Unentschieden verdient gehabt. Es gab zwei knifflige Situationen, in denen ein anderer Schiedsrichter vielleicht einen Elfmeter gegen uns verhängt hätte. Einen Strafstoß gegen uns gab es, den hat unser Torhüter hervorragend gehalten. Das Problem ist aber, dass von den Spielern der Zweiten Herren-Mannschaft keiner zum Training kommt, von zwei Akteuren einmal abgesehen ... Folglich müssen wir das Team mit A-Jugendlichen, die dadurch einer Doppelbelastung ausgesetzt sind, bestücken!“

SportNord: Der Rückstand auf den rettenden 13. Rang beträgt noch sechs Punkte. Wie groß ist die Chance, den Klassenerhalt zu schaffen?
Dreller: „Wir müssen in den nächsten Wochen versuchen, einen Spagat zu schaffen, und unsere A-Jugendlichen teilweise einer Doppelbelastung auszusetzen. In der A-Jugend werden wir deshalb weniger trainieren, um so die Belastung zu dosieren. Aber klar ist auch: Wenn wir keine personelle Unterstützung von der Ersten Herren-Mannschaft bekommen, die ja einen großen Kader hat, und sich die Spieler der Zweiten Herren-Mannschaft nicht endlich zusammenreißen, wird es ganz, ganz schwer, den Klassenerhalt zu schaffen!“

SportNord: Wie ist das Niveau in der Herren-Kreisliga, verglichen mit der A-Junioren-Regionalliga?
Dreller: „Grausam, ganz grausam! Das ist nichts fürs Auge, denn aus der A-Jugend-Regionalliga sind wir schnellen und ballorientierten Fußball gewöhnt – in der Kreisliga geht es bedächtiger und körperbetonter zu. Das Positive ist, dass unsere Spieler, die im Sommer in den Herren-Bereich wechseln, dort nun schon einmal herein schnuppern können: Das ist sicherlich lehrreich für die Jungs und so wissen sie schon einmal, was in der nächsten Saison auf sie zukommt, auch wenn sie dann sicherlich höherklassig spielen werden ...“

SportNord: Ist es Ihre erste Trainer-Station im Herren-Bereich, und bis wann werden Sie die 85-Reserve betreuen?
Dreller: „Für Herrn Hinzmann ist es die erste Aufgabe als Trainer im Herren-Bereich. Ich habe schon einmal Herren-Luft geschnuppert, allerdings nicht in der Kreisliga, sondern in einer höheren Spielklasse. Unsere Planungen gehen zunächst einmal nur bis zum Saisonende und wir hoffen, dass wir die Zweite Mannschaft von Bergedorf 85 davor bewahren können, dass sie in die Kreisklasse abstürzt!“


Interview: Johannes Speckner

Link: SportNord-Bericht vom 26.01.2010 über Gerichtsbeschluss über Wiedereinstellung der Trainer


Kommentare zum Artikel:
- RE: Wenn das man gut geht (Daddelkönig 22.03.2010 16:07)
- Wenn das man gut geht (sysifus 22.03.2010 13:33)





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