B-Junioren-Verbandsliga: Spielte Referee mit Handy?
19.09.2007
Am vergangenen Sonnabend gewann die B-Jugend des SV Nettelnburg-Allermöhe in der B-Junioren-Verbandsliga mit 2:1 gegen die B-Jugend des FC Süderelbe. Nach dem Abpfiff herrschte bei beiden Teams Ärger über den Schiedsrichter, der sich während der ersten Halbzeit auch mit anderen Dingen als dem Fußballspiel beschäftigt haben soll.

Karsten Töpler, Trainer der B-Junioren des SVNA, erklärte auf Nachfrage von SportNord:


„Der Schiedsrichter hat während der ersten Halbzeit mehrmals nach einem Gegenstand, den er in seiner Tasche hatte, gegriffen und darauf herumgedrückt. Weil wir unsere Spiele grundsätzlich mit der Kamera aufnehmen – ich habe die Mannschaft im Sommer neu übernommen und zeige ihr immer gerne ein paar Szenen, um gewisse Dinge erklären zu können -, hat mein Betreuer den Kameramann beauftragt, eine Zeit lang explizit den Unparteiischen zu filmen.

Dabei entstand zunächst der Eindruck, als würde er regelmäßig auf sein Handy schauen, weil er sich vielleicht die Bundesliga-Ergebnisse per SMS schicken ließ. Doch nachdem sich der Schiedsrichter am Anfang der ersten Halbzeit von seinem Handy auch tatsächlich ablenken ließ und er oftmals nicht auf der Höhe des Geschehens war, wurde es im Verlauf der ersten Hälfte besser – er schaute nun auch nur noch selten auf sein Handy.

Als ich ihn in der Pause fragte, warum er denn während des Spiels mit seinem Handy beschäftigt sei, leugnete er zunächst, dass er überhaupt ein Mobiltelefon dabei hätte. Erst, als ich ihm sagte, dass wir die Geschehnisse gefilmt hätten, gab er es zögerlich zu. Zu Beginn der zweiten Halbzeit rief er dann die Spieler am Mittelkreis zusammen und teilte ihnen mit, dass seine Tochter gerade im Krankenhaus operiert worden sei und seine Frau ihn per SMS vom Verlauf der Operation unterrichtet habe.

In der zweiten Hälfte schaute der Referee nicht mehr auf sein Handy. Aber ich bin selbst Vater und sage ganz klar: Wenn sein Kind tatsächlich im Krankenhaus lag, dann hatte er auf dem Fußball-Platz nichts zu suchen: Er hätte bei der Operation dabei sein und seinen Schiedsrichter-Obmann anrufen sollen, der hätte sicherlich einen anderen Unparteiischen gefunden. Ich als Trainer würde mein Team auch nicht zu einem Spiel begleiten, wenn mein Kind operiert wird!“



Kommentare zum Artikel:
- Handyspielerei (Comeback2006 22.09.2007 09:06)





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