Aktuell: HFV kritisiert Sportplatzgestaltung
12.05.2021
Die Verantwortlichen des Hamburger Fußball-Verbandes und insbesondere Schatzmeister Christian Okun üben Kritik an der Sportplatzgestaltung des rot-grünen Senats der Freien und Hansestadt Hamburg. Neben dem Umstand, dass in der HafenCity noch immer kein Sportplatz geschaffen wurde, stößt es den handelnden Personen an der Jenfelder Allee sauer auf, dass für mehrere Sportplätze im Stadtgebiet, die Häusern weichen mussten, keine neuen Sportflächen geschaffen wurden.


Hier der Wortlaut der Mitteilung des Hamburger Fußball-Verbandes:

„Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) hat mit großer Verwunderung die Entwicklungen der Sportplatzgestaltung in Hamburg in den letzten Monaten zur Kenntnis genommen. Insbesondere nach den städtebaulichen Planungen zur neuen Mitte in Altona, die in Summe für den Bezirk eine Reduktion der Sportplätze bedeutet, sollte in der Active City eine Verbesserung der Gesamtlage angestrebt werden.

In den letzten Jahren sind immer wieder Leuchtturmvorhaben diskutiert und auch umgesetzt worden. Dazu gehören sicherlich die Vorhaben im neuen Gebiet Oberbillwerder im Bezirk Bergedorf und auch der Neubau des Sportplatzes in Lurup.

Allerdings sind die Bedarfe im Bezirk Bergedorf heute schon kaum ausreichend gedeckt. Der geplante Sportplatz im Neubaugebiet Oberbillwerder wird nicht zur Verbesserung beitragen. Wartelisten bei der Aufnahme wie in vielen anderen Teilen der Stadt für Kinder und Jugendliche sind auch dort zu erwarten. Das neue Gelände im Vorhornweg in Lurup ist heute schon an den Kapazitätsgrenzen, zumal die Sportanlage auch teilweise Ersatz für die weggefallenen Plätze an der Flurstraße ist. Eine Abstimmung mit dem Vorhaben zur „Science City Bahrenfeld“ auf dem Gelände der Trabrennbahn ist offensichtlich nicht erfolgt. Ein Hohn für eine Sportstadt ist auch das Beispiel aus dem Bezirk Harburg, bei dem der Sportplatz Lichtenauer Weg zum Wohnquartier werden wird. Eine Ersatzfläche für den Sportbetrieb gibt es, wie auch schon bei der neuen Mitte Altona, ebenso nicht.

Ähnliche Problematiken entstehen durch eine geplante Schließung und Bebauung der Sportplätze Am Stühm Süd in Bramfeld und Küperkoppel in Tonndorf. Die zwangsläufige Folge sind Aufnahmestopps bei den Vereinen, so dass insbesondere etlichen Kindern und Jugendlichen keine sinnvolle, betreute Freizeit- und Bewegungsmöglichkeit mehr geboten werden kann. Bereits 2019 haben rund ein Drittel der Vereine, die sich an einer HFV-Umfrage beteiligt haben, mitgeteilt, dass bereits ein Aufnahmestopp besteht. Dem muss jetzt entschieden entgegengesteuert werden, um diese Situation nicht akut zu verschlimmern und langfristig möglichst zu verbessern.

Im Stadtteil HafenCity ist es leider auch nach jahrelangen Bemühungen nicht gelungen, einen Sportplatz mit einem regulären 11er-Fußballfeld und Laufbahn einzuplanen beziehungsweise zu bauen. Demnächst soll es ein Fußballfeld für 9er-Mannschaften im Oberhafen-Quartier eröffnet werden. Hier können Fußballspiele bis zum Jahrgang U13 ausgetragen werden. Integriert in die schmal zulaufende Landfläche zwischen Wasser, Bahndamm und Biotopflächen, entstehen im Oberhafen-Quartier ein Fußballfeld und Schulsportflächen inklusive 100-Meter-Bahn und Wurfanlage, die vom künftigen Schulzentrum am Lohsepark mit Gymnasium und Stadtteilschule, den beiden Grundschulen der HafenCity sowie Hamburger Vereinen gemeinschaftlich genutzt werden. Ca. 2000 Schüler*innen sollen sich dann dieses Kleinspielfeld für ihren Schulsport teilen. Auch der Vereinssport soll auf dieser Anlage Platz finden.

Doch was passiert aber mit den jugendlichen und erwachsenen Fußballspieler*innen aus der HafenCity und Hammerbrook, die ab 14 Jahren in der Regel in 11er-Mannschaften auf einem Großfeld spielen? Jürgen Bruns-Berentelg, der Vorsitzende der Geschäftsführung der HafenCity GmbH sagte im April 2019 in einer Anwohner-Informationsveranstaltung, dass sich ein 11er-Fußballfeld in der HafenCity nicht realisieren lässt.

Laut dem Masterplan HafenCity soll der Fußballplatz am Anckelmannsplatz (Oskar-Kesslau-Sportplatz) im an die HafenCity angrenzenden Stadtteil Hammerbrook in naher Zukunft als Alternative für die älteren Mädchen und Jungs sowie auch für alle Erwachsenen komplett zum Kunstrasenplatz (ligageeignetes Spielfeld, sogenanntes 11er Feld) mit Flutlicht und Umkleidekabinen umgebaut werden. Das Sportgelände soll dann ausschließlich dem Sport des neuen Stadtteils HafenCity zur Verfügung gestellt werden. Diesbezüglich soll zwischen dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und der HafenCity Hamburg GmbH eine Vereinbarung geschlossen worden sein. Leider ist es seit drei Jahren bei Planungen geblieben.

HFV-Schatzmeister Christian Okun: „Es ist ein grundsätzliches Problem in Neubaugebieten Hamburgs, dass Sportplätze nicht genügend berücksichtigt werden. Schon 2017 hat der HFV grobe Planungsfehler in der neuen Altonaer Mitte angeprangert.“ Besonders prekär ist die Situation seit Jahren in der HafenCity. Dort und auch in Hammerbrook gibt es einen großen Bedarf für einen Sportplatz, auf der alle Kinder Fußball oder auch Leichtathletik betreiben können.

Okun: „Wir fordern nun endlich eine schnelle Umsetzung der Renovierung des Oskar-Kesslau-Sportplatzes am Anckelmannsplatz. Dazu bieten wir uns gerne als Vermittler zwischen dem Bezirksamt Mitte und der HafenCity GmbH an. Die jetzige Situation ist der viel gelobten und hervorgehobenen Sportstadt Hamburg unwürdig. Den langfristigen negativen gesellschaftlichen Folgen von zu wenig Sport insbesondere bei Kindern und Jugendlichen müssen wir aktiv entgegengehen. Daher fordern wir ebenso einen regulären Sportplatz für 11er-Mannschaften auf dem Neubaugebiet Grasbrook.“

Link: SportNord-Bericht vom 04.03.2008 über die Pläne des Störtebeker SV in der HafenCity


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